14.01.2010

Wie erstelle ich eine Vektordatei? – Tutorial Teil 1: Grundlagen

Wenn man online sein persönliches Wunschmotiv als Plot bestellen möchte, wie z.B. bei www.Pimplabel.com, kommt man nicht dran vorbei, dieses in eine Vektorgrafik umzuwandeln. Bei vielen hört es ab diesem Punkt schon auf, dabei ist es weder besonders schwer, noch dauert es sehr lange ein Motiv zu vektorisieren. Wenn man ein paar grundlegende Dinge beachtet und die wichtigsten Kniffe kennt, kann man schon mit wenig Aufwand beträchtliche Ergebnisse erzielen.

Vorerst wollen wir klären, was genau eine Vektorgrafik ist und was man beim Vektorisieren - speziell für Folienplots - beachten sollte.

Normalerweise hat man es bei Bildern am Computer mit Bitmap-Grafiken zu tun. Diese bestehen aus vielen kleinen Vierecken, so genannte Pixel, die jeder einen Farbwert besitzen. Im Großen bilden diese Pixel ein Bild, dass das menschliche Auge gut erkennen kann oder das von einem Drucker auf Papier mit kleinen Farbpunkten dargestellt wird. Vektorgrafiken dagegen besitzen keine Pixel. Sie enthalten Informationen über Objekte, Kanten und Ränder eines Bildes, vergleichbar mit einem Ausmalbild, wo nur die Ränder sichtbar sind. Außerdem wird noch festgelegt, ob und mit welcher Farbe diese Objekte und Ränder gefüllt sind. Es gibt viele Besonderheiten von Vektorgrafiken, aber wichtig für unsere Folienplots sind die Informationen über Ränder des Bildes. Diese können an einen Plotter (Ausschneider) weitergegeben werden, der dadurch weiß, wo und wie er sein Messer zu führen hat. Mit Pixeln kann dieser nämlich nicht viel anfangen.

Was heißt das jetzt für unser Vorhaben, ein Bild in eine Vektorgrafik umzuwandeln?
Die Frage ist eher daher zu beantworten, wie unsere Folie später aussehen soll. Oft will man vielleicht ein Foto, das man gern hat, auf einer Klebefolie verewigen. Das Problem bei Fotos ist, dass diese meistens keine neutralen Hintergrund haben und außerdem viele Details sowie umfangreiche Licht/Schatten-Effekte. Normalerweise fällt das bei einem mehrfarbigen Bild nicht auf, jedoch sollte man daran denken, dass bei einer Folie nur zwei Farben existieren – nämlich Folie und Untergrund. Eine Vorstellung davon bekommt man, wenn man ein Bild schwarz/weiß einfärbt und den Kontrast auf höchste Stufe stellt. Dann sieht das Bild oft gar nicht mehr schön aus und man erkennt kaum noch das eigentliche Motiv. Vieles lässt sich noch während des Vektorisierens ausbessern, wie Schatten oder ungerade Linien. Jedoch sollte man schon vorher bei der Auswahl des Bildes einige Dinge beachten:

  • Neutraler Hintergrund (es sei denn, er ist wichtig für das Bild), im Notfall das eigentliche Motiv aus dem Foto ausschneiden

  • Das Bild muss eventuell auch ohne kleine Details gut aussehen

  • Zu starke oder zu niedrige Kontraste machen das Bild schwer erkennbar

  • Eine hohe Auflösung ist immer von Vorteil


Außerdem sollte man an die technischen Grenzen denken, die ein Folienplotter hat. Bedingt durch die Dicke der Folie und die Genauigkeit des Plotters, lassen sich sehr feine Linien und kleine Ecken wie Rundungen nur schwer ausschneiden. Es kann eventuell zur Beschädigung der Folie, Problemen beim Aufkleben oder fehlerhaften Plots kommen, wenn detaillierte Motive in sehr kleinen Größen ausgeschnitten werden. In welcher Größe das Motiv hergestellt werden soll, muss also immer mit einberechnet werden.

Hier zwei Beispiele für ein schwieriges und ein gutes Motiv:

Schlecht: viele Details, zuviel im Hintergrund, zuviele Farben


So sieht das Ergebnis aus:



So ein Motiv lässt sich nicht plotten.

Besser dagegen: klaren Linien, wenig Farben und Schatten, wenig Details



Das Ergebnis:




Wenn man sich unsicher ist, kann man auch einfach mit dem Vektorisieren anfangen, dann fallen einem schnell Unzulänglichkeiten auf. Am Problematischsten sind Fotos. Gezeichnete Bilder lassen sich meist problemlos umwandeln.

Soviel zu den Vorüberlegungen. Nächste Woche starten wir dann mit der Erklärung, wie man ein Bild mit niedrigem Aufwand vektorisieren kann.

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